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Saturday, June 23, 2007

Seminar für angewandte Unsicherheit

Kurzer Tipp: Wer sich in Berlin für Überwachung interessiert, kommt nicht an der SaU vorbei, dem Seminar für angewandte Unsicherheit. Dort werden halbwegs regelmäßig Filme gezeigt, “Kameraspaziergänge” durchgeführt oder Diskussionsrunden zu verschiedenen Aspekten der Überwachung durchgeführt. Aktuelle Termine gibt es auf der Homepage.



If you're living in Berlin and are interested in all aspects of surveillance you should get familiar with the SaU (silly German pun), the Seminar for Applied Uncertainty/Insecurity. They regularly show surveillance-related movies, they go on “camera walks”, and they regularly host discussion rounds on all sorts of surveillance. You can find a recent schedule on their homepage.

Wednesday, February 07, 2007

First light, last light

I just realized that I haven't posted any pics in a while. Voilá: here is a result from my little Saturday photo expedition to the Plus parking lot. I had hoped to get some good shots of the selection of firewalls there but that didn't turn out so good. Well, these street lights with the amazing wall patterns in the background were well worth it anyway.



Please note that this picture is differently licensed than the rest of the blog!

Saturday, December 16, 2006

Bigbeatland

Nach längerer Zeit gibt es mal wieder eine Rezension in der Luftpumpenwelt. Zwar nicht von einem tiefschürfenden, intellektuellen Klopper, sondern vielmehr von einem Comic. Ich bin eigentlich kein großer Freund des Comics und deswegen mit dem Genre auch nicht sonderlich vertraut, aber folgendes Exemplar seiner Gattung ist definitiv eine Besprechung wert.



Seit mittlerweile mehr als vier Jahren zeichnet Andreas Michalke für meine Lieblingswochenzeitung Jungle World den Strip Bigbeatland. Während die übrigen Comics dort irgendwo zwischen „öfters mal lustig“ (OL) bis zu „wirr, rassistisch, überflüssig“ (Lili und Poldi) rangieren, ist das Bigbeatland eine wahre Perle. Michalke versteht es hervorragend, die linke Berliner Lebenswelt, in der ich selbst ja auch irgendwie herumdümpele, abzubilden, zu kommentieren und auf eine mitfühlend-kritische Art satirisch zu überzeichnen. Figuren
wie der ganz in grau gehaltene Altkommunist „Subkommandante Markus“, die beiden Musicnerds Sandro und Johnny, die stets betonen, Rock- und eben keine Poplinken zu sein, oder die Hardcore-Feministin Fricka (deren Figur im Laufe der Serie leider etwas flacher geworden ist) könnten einem hier in jedem Infoladen oder auf der nächstbesten Soliparty genau so über den Weg laufen. Michalke kreiert in seinen Strips einerseits ein eigenes kleines Biotop, andererseits flicht er aber auch aktuelle politische Ereignisse mit ein, wie etwa den ewigen Anti-D vs. Anti-Imp-Kampf oder die Durchsuchung des Hamburger freien Radios fsk. Ein weiteres großes Plus ist, dass Michalke einen exzellenten (= meinem eigenen sehr ähnlichen) Musikgeschmack hat und immer mal wieder ganze Strips nur einer einzigen Band oder einem Song widmet. Höhepunkt in dieser Hinsicht war die Bigbeatland-Folge, in der Sandro und Johnny als Comicfiguren die Band R.A.M.B.O. bei ihrem Berlin-Auftritt interviewten.

Das Buch ist qualitativ sehr hochwertig aufgemacht, komplett in Farbe und mit einem Vorwort vom großen Diedrich Diederichsen ausgestattet.

Wer für seine linken Freundinnen und Freunde — oder sich selbst — also noch ein Weihnachtsgeschenk sucht, dem sei Bigbeatland sehr ans Herz gelegt.

Andreas Michalke (2006). Bigbeatland. Berlin:Reprodukt. 96 Seiten, farbig, Hardcover, 15 Euro

English summary: This is a review of the excellent compilation of the Bigbeatland comic strip that is published weekly in the Berlin-based periodical Jungle World. Andreas Michalke has created a striking depiction and sympathetic satire of the contemporary German radical left. Highly recommended.

Saturday, May 13, 2006

Spaces of Fear

In the aftermath of the racist attempted murder that now no one any longer regards as racist. the German weekly Die Zeit has published an interesting video about "Spaces of Fear: Where black people in Berlin and Brandenburg do not dare to go." In the short documentary people of colour talk about their experience of racism in the Berlin-Brandenburg area, where a significant amount of places are off-limits for them. One of the interviewees from the Africa Council Berlin also talks about plans to publish an brochure and map for visitors of African origin of the soccer world cup that gives advice on "precautionary measures" to avoid becoming victims of racist violence during their visit.

The video (partly in English) is accompanied with a (German) interview of the urban sociologist Hartmut Häußermann. He discusses the situation in Berlin and possible counter-measures to no-go areas and everyday racism from an urban planning point of view.

Sunday, January 22, 2006

Exzellenz und 21 Millionen

Wer es noch nicht gehört hat: die gute alte FU hat es in die zweite Runde des berüchtigten Exzellenzwettbewerbs aka Brain Up! Deutschland sucht die Superuni geschafft. Entgegen dem Urteil der meisten Auguren, die die FU wohl eher abgeschrieben haben. Sollte(!) die FU auch noch die zweite Runde überstehen, bekäme sie im Jahr zusätzliche Mittel im Umfang von 21 Millionen Euro. Fichtenberg hat sich das einmal genauer angeschaut und kommt zu einem recht vernichtenden Urteil: 21 Millionen seien eh nur ein Tropfen auf den heißen Stein und abgesehen davon würden die Mittel dann vermutlich auch noch nutzlos für überbezahlte Profs ausgegeben.

Ich sehe das durchaus differenzierter: zum einen sind 21 Millionen pro Jahr immerhin mehr als 7 Prozent der Mittel, die das Land Berlin an die FU bezahlt. Ob man damit nun das "Oxford in Dahlem" schafft, mag mit gutem Recht bezweifelt werden, unerheblich ist die Summe aber nicht. Außerdem ist die FU ja noch mit einem Exzellenzcluster und einer Graduiertenschule in den anderen Förderlinien des Wettbewerbs im Rennen.

Zum anderen ist natürlich wirklich die Frage, wozu man das Geld einsetzt. Grundsätzlich finde ich es nicht verwerflich, sich um internationales Spitzenpersonal zu bemühen. Die Behauptung von Fichtenberg, dass deutsche Profs nicht unterbezahlt seien, teile ich so pauschal nicht. Im europäischen Vergleich mögen sich die deutschen ja durchaus im oberen Bereich befinden, aber ob man deswegen gut finden muss, dass gerade NeueinsteigerInnen weniger verdienen als ihre Kollegen an Schulen und Gerichten? Angesichts der langen, brotlosen Ausbildung und des damit einhergehenden Risikos, die mit der Entscheidung für die Prof-Laufbahn verbunden ist, finde ich eine angemessene Bezahlung durchaus gerechtfertigt.

Außerdem:

Ist der Prof aus Harvard (bzw. der, der nach Harvard abzuwanden droht) wirklich um so viel Klassen besser als der aus Buxtehude?
Vielleicht. Wenn ich mir das Lehrpersonal hier so anschaue und mit dem an der FU vergleiche, würde ich auf jeden Fall zu einem "Ja" tendieren. Ein wichtiger Faktor ist dabei übrigens nicht eine prinzipielle Überlegenheit des amerikanischen Hochschulsystems, sondern zu einem großen Teil sicherlich das überkommenen Berufungsverfahren in Deutschland. Die Austrockung des akademischen Mittelbaus, die unterhalb der Professur praktisch keine dauerhaften Beschäftigungsmöglichkeiten eröffnet, verschärft die Situation sicher noch.
Statt einen überbezahlten Prof könnte man auch fünf "normalbezahlte" einstellen - und/oder Bücher anschaffen, Räumlichkeiten ausbauen, Laptops bereitstellen.
Fünf normale für eine Elite? So gut wird das Personal hier in der Regel auch nicht bezahlt. Die Frage, ob man das Geld lieber für (Spitzen-)Profs ausgibt oder für Bücher, Räume und Laptops verliert dadurch aber nicht an Relevanz. Ich maße mir keine allgemeinverbindliche Antwort an, aber was vielleicht zu bedenken ist, dass es hochqualifiziertem Personal besser gelingen könnte, diejenigen zusätzlichen Drittmittel einwerben zu können, mittels derer man eben diese Materialien anschaffen könnte. Ja, ich bin ein vielleicht ein naiver Optimist, aber ob es besser ist, mit einem Laptop in einem überfüllten Seminar bei einem lausigen Prof zu sitzen als ohne...?